Kon-Tiki – Der Traum vom Abenteuer

Kon-Tiki – Ein Abenteuer, wie fürs Kino geschrieben. Als der kleine Thor beim Spielen mit seinen Freunden ins Wasser fällt und fast ertrinkt, wächst in ihm eine dieser grossen Lieben. Ab diesem Zeitpunkt ist er fasziniert vom nassen Medium, bewundert es und hat doch so viel Respekt vor ihm, dass er nie schwimmen lernt. Was bewegt also einen Menschen, sich 101 Tage auf ein armseliges Floss zu wagen, obwohl er niemals schwimmen gelernt hat,und einen Ozean zu überqueren?

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Thor Heyerdahl – Visionär des Zwanzigsten Jahrhunderts

Dies versucht die gelungene Verfilmung der Geschichte des Thor Heyerdahl zu erklären. Und sie tut es mit Bildern voller natürlicher Schönheit und ein wenig Weisser Hai Flair. Der norwegische Forscher schrieb 1947 Geschichte, als er mit seiner fünfköpfigen Crew sein grosses Abenteuer begann. Und dank moderner Medien, zweier Funkgeräte und einer Filmkamera, der einzige Luxus an Bord, konnte die ganze Welt daran teilhaben. Dabei war es am Anfang nicht einmal klar, wie das Unternehmen finanziert werden sollte. Von Peru nach Polynesien, auf einem Floss aus Balsaholz, das kaum steuerbar war und nur einer der Mannschaft hatte bereits Erfahrung im Segeln. Und das alles nur, weil sich Heyerdahl in den Kopf gesetzt hatte, dass es eben diese Peruaner waren, die vor 1500 Jahren mit solch einem Floss geschafft hatten, in Polynesien die erste Population aufzubauen. Zum Glück gibt und gab es Menschen, die immer schon an grosse Visionen glaubten und glauben. Und so stiess die Kon-Tiki in See und bescherte der Welt eines der grössten Abenteuer des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Es muss nicht immer Hollywood sein

Auch wenn sich die Regisseure, Joachim Rønning und Espen Sandberg und der Drehbuchautor Petter Skavlan bei der Entwicklung des Filmes einige künstlerische Freiheiten erlaubt haben, folgt der Streifen den tatsächlichen Ereignissen. Dank der Beratung des Heyerdahl Enkels Olav ist er in jeder Minute authentisch. Mit dem Hauptdarsteller Pål Sverre Hagen hat man dabei einen Schauspieler gefunden, der weiss, mit leisen Tönen die charismatische Person des Thor Heyerdahl gekonnt umzusetzen. Die Weite des Ozeans, Flora und Fauna, zwischenmenschliche Spannungen, die auf dieser einsamen Fahrt unweigerlich aufkommen und ein Papagei malen einen Spannungsbogen, der bis zum Ende des Filmes fasziniert. So lässt es sich erklären, dass Kon-Tiki der erfolgreichste norwegische Film alles Zeiten wurde und zahlreiche Festivalpreise erhielt. Ebenfalls wurde er für den Oscar und die Golden Globes 2012 als bester fremdsprachiger Film nominiert. Von der deutschen Filmbewertungsgesellschaft wurde der Streifen als „Besonders wertvoll“ eingestuft. Und ein bisschen Schweizerisch ist er auch. Die Züricher DCM Filmproduktion tritt als Koproduzent auf und bringt Kon-Tiki in die Kinos.

Bildquelle: kino.search.ch

 

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