Die Natur als Atelier

Andy Goldsworthy ist ein Künstler, dessen Objekte vergänglich sind, wie das Leben selbst. Er spielt mit der Natur, mit Blättern, Blüten, Beeren, Sand und Wasser, Schnee und Eis, Steinen und Holz. Seine Kunst zeigt die Erfahrung von Wandel und Ewigkeit und dem ewigen Kreislauf des Seins. Wahrscheinlich gehen sie deshalb so sehr ans Herz, weil sie vergänglich sind.

Wer ist Andy Goldsworthy?

Geboren wurde der Künstler 1956 in Cheshire, England. Als Kind lebte er im ländlichen Yorkshire. Von 1974 bis 1975 studierte er in Bradford am College of Art und von 1975 bis 1978 am Preston Politechnic. Es heisst von ihm aber, dass er immer weniger am Unterrichtsbetrieb teilnahm und dafür immer mehr an der nahen Küste mit Naturmaterialien als künstlerisches Ausdrucksmittel experimentierte. Mit künstlerisch hochwertigen Fotografien dokumentierte er seine kurzlebigen Kunstwerke, um sie dann der natürlichen Zerstörung zu überlassen. Heute lebt der Künstler in Schottland.

 

Die Landschaft als Atelier

Goldsworthys Atelier ist die freie Natur und zwar bei Wind und Wetter. Sie gibt ihm die Inspiration, ist sein Modell. Oft zieht er ohne Plan und konkrete Vorstellung los lässt sich aus den Entdeckungen am Wege zu seinen Werken inspirieren, die oft nur wenige Tage oder Stunden, manchmal sogar Minuten überleben. Sehr bekannt wurde ein Film, der die Arbeitsweise des Künstlers sehr gut zeigt.

In „Rivers and Tides“ wird zum Beispiel gezeigt, wie der Künstler mühsam aus kleinen Steinchen ein riesiges Gebilde im Meer aufbaut, dass bei Flut ganz allmählich von den Wellen verschlungen wird, um bei Ebbe wieder aufzutauchen. Oder wie er die Dynamik eines reissenden Gebirgsbaches verdeutlicht durch eine Kette aus roten Blüten, die er das steile Bachbett hinabstürzen lässt.

Genau so arrangiert er farbige Blätter zu einem Bodenbild, welches vom leisesten Wind verweht wird oder bringt mit Eisstückchen Muster an einem Felsen an. Immer wieder entstehen so wunderschöne spannende Bilder, fast mystisch und spirituell.

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